Die Eburonen mit Ambiorix - Die Aduatuker und Cäsar

Die Kelten in vorgeschichtlicher Zeit

Einige Jahrhunderte vor Christus kamen die keltischen Stämme aus dem Osten und eroberten unser Land, das Land jenseits des Rheins und jenseits der Maas. Zwischen Rhein und Maas finden wir die Trevirer (Trier), die Eburonen (Tongern) und  später auch die germanischen Aduatuker (Aachen). Das Land all dieser Stämme war mit Wäldern bedeckt. Auf den Schieferhöhen im Süden (den Ardennen) war Wald. Kleine Dörfer, aus Hütten bestehend, lagen am Rande der Wälder oder in den Lichtungen, meist an Flüssen und Bächen. Die Menschen beteten die Sonne an, oder den Donner oder andere falsche Götter. Sie kannten Korn, Gerste und Hafer, aßen grobes Brot. Sie lebten von dem Ertrag der Jagd und des Fischfangs. Sie liebten offenbar große Festessen und tranken Bier, Apfelwein und Honigwasser.

Weiter heißt es bei Janssen-Heitmann: „Der Ort an dem Hauset liegt, ist seit vorgeschichtlicher Zeit bewohnt, wie Bodenfunde (Steinwerkzeuge und Siedlungsspuren) belegen, die in der nahen Sandgrube Brennhaag gefunden wurden. (1)“. Die Lage war ja auch ausgesprochen gut, es gab reichlich Wasser an Göhl und Rotsiefbach. Alles was zu einem einfachen Leben benötigt wurde, war vorhanden.
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(    (1)  Göhltal Museum Kelmis und „Im Göhltal“ Heft Nr. 44 S.51: Fouilles archéologiques à Brennhaag (La Calamine) J. Leclercq 2/1999

  

Erläuterungen zur Karte: Vor den Römern lebten in ganz Mitteleuropa die Kelten, die ihre Spuren von Anatolien bis nach Irland hinterließen. Die Karte oben, (Wikipedia entnommen) nennt die keltischen Stämme, die damals in ganz Gallien (der Name Gallien taucht erst später auf und stammt aus der Zeit von Julius Caesar) sesshaft waren. Im Land zwischen Maas, Rhein und Mosel finden wir die Stämme der Eburonen, der Tungrer, der Ubier und der Trevirer, Im Gebiet der  Eburonen war auch der germanische Stamm der Aduatuker angesiedelt. 


Die Eroberung Galliens durch Caesar

Julius Cäsar und die Eroberung Galliens

Als Julius Caesar (100 v. Chr. – 44 v. Chr.) Gallien eroberte traf er im Norden auf widerspenstige keltische Stämme, die erheblichen Widerstand leisteten. Caesar nannte dieses Gebiet Belgica. Einer dieser Stämme, die Eburonen, siedelten in etwa zwischen Maas und Rhein, mit Ausläufern bis nach Brüssel, wie archäologische Funde belegen. Sie wurden von zwei „Königen“ regiert, Ambiorix und Catuvolcus. Ambiorix hatte die Streitmacht der Römer im Jahr 54 v. Chr. in deren Winterlager Atuatuca angegriffen und in die Flucht geschlagen. Dabei wurde das Heer in einer langen Schlucht aufgerieben, an die 9000 Soldaten starben. Bis heute wird über die genaue Lage des Ortes gerätselt, die Geschichtsforscher nennen an die 30 Orte. In den Jahren 53 v. Chr. und 51 v. Chr. verwüstete Caesar in mehreren Rachefeldzügen das Land der Eburonen. Für Caesar war das Volk der Belger wohl das mutigste.

Weiter heißt es bei Heitmann-Janssen: Aus Caesars Kriegsbericht „Commentarii de bello gallico“ kann man auch herleiten, dass das Gebiet des heutigen Hauset am Rand des Siedlungsgebiets der wohl eingewanderten germanischen Atuatuker lag, das sich entlang einer Linie Lüttich-Aachen gegen Norden bis an die Maas erstreckte, mitten im Land der keltischen Eburonen. Der Stamm der Atuatuker geriet im Jahr 57 vor Christus durch Unbotmäßigkeiten in das Visier von Julius Caesar. Er stürmte ihre Fluchtburg, oben hoch auf Limburg vermutet, und verkaufte die Überlebenden in die Sklaverei. Der Stamm war so gut wie ausgelöscht. Caesar benutzte den Namen „Atuatuca“ für sein Winterlager, welches im Zentrum von Aachen vermutet wurde. Er baute dieses Winterlager stetig aus, unter anderem mit Thermen. (2)

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(2) Axel Hausmann: Atuatuka – Cäsars Legionslager in Aachen, 2001.

 

Erläuterungen zur Karte: Die Eroberung Galliens durch Julius Caesar dauerte von 58-53 v. Chr. Seine empfindlichste Niederlage erlitt er im November 54 v. Chr. bei Aduatuca durch den Teilkönig der Eburonen, Ambiorix. Wo Aduatuca genau liegt ist bis heute nicht geklärt. Julius Caesar rächte sich grausam an der Zivilbevölkerung der Eburonen und stieß auch zweimal über den Rhein vor, da auch von dort gelegentlich germanische Stämme einfielen. Im Süden des heutigen Frankreich kam es  52 v.Chr zu einen weiteren Aufstand des Avernerfürsten Vercingetorix und der Schlacht um Alesia. Erst 50 v. Chr. war ganz Gallien befriedet und die Romanisierung begann. Die Karte oben zeigt noch einmal die Stämme der Kelten und die Gebiete wie Caesar selbst sie beschrieb.  


Die Romanisierung Galliens

Die römische Zeit

Mit der Besetzung des Siedlungsgebiets bis zum Rhein, die Römer nannten die Provinz später Germania Inferior, begann die römische Zeit. Caesar wurde 44 v. Chr. auf dem Marsfeld in Rom ermordet. Ihm folgte Gaius Octavius, der spätere Kaiser Augustus. Hauset, sofern es schon existierte, hatte von der Präsenz der Römer recht wenig. Es wird zwar ein Gut oder eine Villa hier vermutet, aber es lag am Rande des Militärgebiets von Aachen. Dieses Aachen war aber durch permanente Brandrodung (auf Fränkisch: Heide) gegen das keltische Umland abgegrenzt. Somit ist anzunehmen, dass das Gebiet von Hauset an diesem Brandrodungsgürtel lag, worauf später Flurnamen wie „Hauseter Heide“ hindeuten. (3) Rundherum waren die römischen Städte entstanden, Tongern (15 v. Chr.), Maastricht (Mosae Traiectum), Lüttich (Vicus leodicus), Aachen (Aquae Granni) und Köln (Colonia aggripinae). Nicht weniger als drei Römerstraßen führten an diesem Gebiet vorbei, nach Westen, Südwesten und Süden. Als aber um 250 n. Chr. die Franken begannen in das Gebiet einzufallen, verlor Aachen seine militärische Bedeutung zum Vorteil von Köln. Jedenfalls war das Gebiet des heutigen Hauset noch immer mit Wald bedeckt, wie aus Karten wie „Die frühgeschichtliche Waldbedeckung der Rheinlande (etwa 50 n. Chr.)“ im Geschichtlichen Handatlas der Rheinprovinz (1926) zu sehen ist.

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 (3) Siehe  Heitmann-Janssen, in "Heimatbuch Hauset - Band 2": Hauset durch die Jahrhunderte

 

Die Karte oben zeigt Gallien und das Land zwischen Maas, Mosel und Rhein in der Zeit nach der Eroberung Galliens durch Julius Caesar. Unsere Heimat gehörte zur Provinz Germania Inferior. Die Römer gründeten viele Städte und bauten vor allem auch das Wegenetz aus. Die Romanisierung dauerte 500 Jahre und hat natürlich überall ihre Spuren hinterlassen. Sie hatte um 200 v. Chr. bereits im Süden Galliens begonnen (Gallia Narbonensis) und setzte sich auch in Belgica und Germania bis 300 n. Chr. fort.


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