Christoph Laschet und die Ausstellung "600 Jahre Kirche im Dorf" (Raeren)
Es war ein besonderer Wunsch unseres Mitglieds im Freundeskreis, Christoph Laschet aus Raeren, die im Jahr 2014 unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Alfred Minke erstellten Anschauungstafeln der Ausstellung "600 Jahre Kirche im Dorf" dem Dorfarchiv Hauset als Dauerleihgabe zu didaktischen Zwecken zur Verfügung zu stellen. Die Tafeln mussten erst vom Speicher des Raerener Pfarrhauses wieder hervorgeholt werden und Christoph hat dann in mühevoller Kleinarbeit im Pfarrhaus von Hauset eine Schwenkvorrichtung konstruiert, um die Tafeln dort unter zu bringen.
Es ist nicht die einzige Leihgabe die Christoph Laschet dem Hauseter Archiv übergeben hat. Besonders hervorheben sollte man die Bibliothek, unter anderem mit dem kompletten Werk des Raerener
Schriftstellers Josef Ponten und auch ein besonders wertvoller Original-Krug der Raerener Künstlers, Schriftstellers und Töpfer Hubert Schiffer.
Zur Einweihung der didaktischen Tafeln wurden sowohl Bürgermeister Franssen von Raerener als auch Alfred Minke und die Kulturschöffin Naomi Renardy sowie Els Herebout vom Staatsarchiv nach Hauset eingeladen. Es war so etwas wie eine offizielle Eröffnung des Dorfarchiv, nachdem man monatelang alle Archivalien in eigens herbeigeschaffte Möbel untergebracht und ausgestellt hatte.
Die Entstehung des größten Bilderbuch Ostbelgiens
Ein Beitrag im Grenzecho vom 29. August 2022 im Grenzecho, von Günther Sander. Fotos ebenfalls Günther Sander
Das GrenzEcho hat bereits mehrfach über die Entstehung des Dorfarchivs berichtet, jetzt bot sich die Gelegenheit, bei den abschließenden Arbeiten vor Ort dabei zu sein und Christoph Laschet über die Schultern zu schauen. Insbesondere bei der Endmontage einer nicht alltäglichen Vorrichtung, die vielleicht mal als das größte „Bilderbuch“ Ostbelgiens bezeichnet werden kann.
Christoph Laschet ist der richtige Mann für solche Sachen, pflegt er doch lange schon gute Beziehungen zu den Heimatfreunden im ostbelgischen und Aachener Raum. Er erklärt das „Big Werk“ wie folgt: Die zehn großen, übersichtlich angeordneten und textlich aufgearbeiteten Seiten des blätterbaren Buches, das die ehemaligen Schautafeln der damaligen Ausstellung „600 Jahre Kirche im Dorf“ aus Raeren enthält, sind in einer Größe von etwa ein mal zwei Meter zu sehen und in eine schwenkbare Konstruktion eingehängt, die Christoph Laschet – gelernter Technischer Zeichner und diplomierter Geologe – selbst entworfen und gebaut hat. Und der Mann packt kräftig an, schließlich soll am Dienstag, 6. September, um elf Uhr die offizielle Premiere im Rahmen einer kleinen Feierstunde stattfinden.
Christoph Laschet erzählt, wie es zu der fruchtbaren Zusammenarbeit mit Hauset gekommen ist. „Als Walther Janssen vom Förderkreis Dorfarchiv bei mir nachfragte, ob er für das Archiv die Karte des Aachener Reiches bekommen, beziehungsweise nutzen könne, die ich mit Dietmar Kottmann, Historiker und Vorsitzender der Laurensberger Heimatfreunde, erstellt hatte, waren erste Kontakte geknüpft.“ Im Laufe einiger weniger Treffen habe man herausgefunden, dass ähnliche Interessen vorhanden waren: „Nämlich altes Kulturgut vor der Entsorgung, wie es oft bei Sterbefällen geschieht, weil die Hinterbliebenen nicht den Wert der Hinterlassenschaften erkennen oder sich damit langwierig nicht auseinandersetzen wollen, zu bewahren“, argumentiert der „Bilderbuch-Macher“.
Christoph Laschet (72) ist in einem Alter, wo man sich Gedanken über solche Dinge macht. „Ich beschloss dann, im Voraus meine Sammlung an Büchern sowie Karten dem Dorfarchiv in Hauset zu vermachen“, sagt er. Nicht genug, es folgte noch ein Teil seiner ehemaligen Büromöbel und mehrere Einrichtungsgegenstände. Walther Janssen und sein Team durften sich ebenfalls über zwei Krüge von Hubert Schiffer freuen. Den größeren Prachtkrug hat Laschet durch Vererbung seines Urgroßvaters Hubert Schiffer, über dessen älteste Tochter Josephine und über deren jüngste Tochter Therese, Laschets Patentante, in den Besitz bekommen.
Eine seiner Argumentationen für die Abgabe seiner Sammlung ist unter anderem, dass auf diesem Wege viele Raerener, aber auch Auswärtige, davon Nutzen haben könnten und Laschet trotzdem, nach Absprache, zu jeder Zeit noch Zugriff auf seine ehemaligen Dokumente hätte.
Zurück zum „Bilderbuch“: Es ist schon ein Prachtwerk, was „Meister Laschet“ da zustande gebracht hat. Die anfallenden Materialkosten hat er bis jetzt selber aus eigener Tasche bezahlt. Das Dorfarchiv hofft und wünscht sich, dass sich für die Begleichung der Unkosten und vieler anderen Dingen, die beim Aufbau und der Wartung des Archivs Unkosten erzeugt haben, Sponsoren oder Spender finden. Das kleine aber schmucke Dorfarchiv hat dankenswerter Weise seine „Heimat“ im ersten Stock des alten Pfarrhauses von Hauset, direkt neben der Pfarrkirche, gefunden. Und es wird sehr geschätzt und geachtet.
Wie Christoph Laschet das GrenzEcho wissen lässt, haben bereits mehrere andere Gönner dem Dorfarchiv schöne Objekte überlassen. Der Erfinder und Erbauer des größten „Bilderbuches“, Christoph Laschet, hofft und würde sich freuen, wenn auch das Belgische Staatsarchiv, andere Heimat- und Geschichtsvereine bald schon von einem Umdenken und einem anderen Bewusstsein profitieren. „Auch die Jugend soll interessiert werden. Als Anreiz ist das Dorfarchiv schon mit einer technischen Ausrüstung wie Computer, Scanner, Drucker ausstaffiert worden“, heißt es. Nach Fertigstellung des „Bilderbuches“ wird es nun auch eine „Bilderbuch-Premiere“ geben.
Zu der offiziellen Präsentation, bei der auch kräftig in Geschichte und Geschichten geblättert werden darf, werden illustre Gäste aus Politik und Gesellschaft erwartet. „Wir freuen uns jetzt schon auf den Tag der Premiere“, lässt Christoph Laschet abschließend wissen.
Walther Janssen und Günther Lorreng – Enkel des ersten Nachkriegsbürgermeisters von Hauset, Josef Lorreng – schauten beim Endspurt der Tafel-Montage kurz vorbei. Begeisterung auf der ganzen Linie. „Sieht toll aus, ist eine echte, ideale Bereicherung, die wir sicher dann auch didaktisch mit der Schule nutzen können“, schwärmt Janssen. Ihm ist klar, dass es ein schönes Stück Arbeit war. „Aber jetzt steht alles, wir haben dank Christoph Laschet nun etwas ganz Besonderes in unserem Archiv vorzuweisen“, sagt er.
"Raeren Zimmer" für das Dorfarchiv Hauset
In der Ausgabe vom 12. Dezember 2022 berichtete Günther Sander in einem Beitrag der Tageszeitung über die Eröffnung des "Raeren" Zimmer im Dorfarchiv Hauset. Der Raum ist voll gespickt mit Dauerleihgaben des Raerener Geologen Christoph Laschet, einem Heimatfreund der auch im Freundeskreis des Dorfarchivs engagiert tätig ist.
Lesen Sie hier was Günther Sander schrieb. Die Fotos sind von ihm.
Heimat, Heimatgeschichte und Heimat-Literatur stehen beim Dorfarchiv in Hauset hoch im Kurs. Es ist erstaunlich, wie in nur so kurzer Zeit das Angebot im kleinen „Heimatmuseum“ angewachsen ist. Neben dem „größten Bilderbuch Ostbelgiens“ ist nun eine weitere Neuerung in der oberen Etage, unter dem Dach, auf den Weg gebracht worden.
Hauset
Hier konnten in zwei der vier zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten „kleine Schätze“ im neuen „Raeren-Zimmer“ („Josef-Ponten-Raum“) aus Christoph Laschets Nachlass untergebracht werden. Aber auch die Hauseter Vereine haben einen festen Platz bekommen.
Großzügiges Geschenk des Staatsarchivs in Eupen
Christoph Laschet, Diplom-Geologe und Grafiker, berichtet von „schönen Erweiterungen“, von Objekten aus dem Hauseter Vereinswesen, die hier künftig besichtigt werden können, und von Karten und Literatur aus und über die Region beziehungsweise der Großgemeinde Raeren. Daher habe man einen der Räume das „Raeren-Zimmer“ genannt.
Wie Christoph Laschet aufzählt, sind die Schwerpunkte dabei die jeweils fast vollständigen Gesamtwerke von Josef Ponten, Viktor Gielen und Hubert Schiffer.
Weiter gehören gerahmte Zeitungsartikel und Dokumente über diese Raerener Persönlichkeiten dazu.
Ein besonderes Dokument, so Christoph Laschet, sei ein Brief von Julia von Broich (Ponten), die Ehefrau von Josef Ponten, an einen Verlag, der bei ihrer Unterschrift mit „Heil Hitler“ versehen ist. Außerdem gibt es Fotos der Familie Hubert Schiffer sowie auch ein Steinhauer-Werkzeug, ein „Bössel“, von Hubert Schiffer.
In zwei alten Munitionskisten aus dem Zweiten Weltkrieg befinden sich zahlreiche Bücher über kriegerische Auseinandersetzungen im Raerener Grenzraum sowie einige Militärkarten.
An einer Wand hängt eine Konzessionskarte aus dem östlichen Raerener Raum, ergänzt durch Literatur zum Bergbau zwischen Lüttich und Aachen. „Das alles ist thematisch im Aufbau. Die gesamten Literaturbestände sollen weiter sortiert und geordnet werden“, weiß Christoph Laschet.
Walther Janssen (Förderkreis Dorfarchiv) und der Initiator des „Raeren-Zimmer“, Christoph Laschet, zeigen sich erfreut über ein großzügiges Geschenk des Staatsarchivs in Eupen: drei herrliche Glasvitrinen. Eine vierte Glasvitrine wird zu Pastor Dries nach Raeren gebracht. „Das ist ein schöner Zugewinn für das Dorfarchiv. Nicht nur materiell, sondern auch optisch“, freuen sich Laschet und Janssen gemeinsam.
Laschet kommt auf das literarische Gesamtwerk von Josef Ponten im „Raeren-Zimmer“ und auf den regionalen Bezug, der in vielfältiger Weise sich besonders in den landschaftlichen Beschreibungen seiner Werke wiederfindet, zu sprechen. Klare regionale Bezüge habe auch seine Novelle „Der Meister“, sie beschreibe die Probleme, die ein Meister und sein Geselle mit Erdbebenschäden im Aachener Dom haben.
Weitere regionale Bezüge listet Laschet auf, so bei Pontens Werk „Die Bockreiter“ und den Roman „Siebenquellen.“ Janssen und Laschet bedanken sich beim GrenzEcho dafür, dass man sich generell in Hauset, Lichtenbusch und Eupen der regionalen Kulturpflege annehme und darüber berichte.
„Das freut uns und hilft uns bei unseren Arbeiten ein gutes Stück weiter“, heißt es unisono.
