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Musikfestival in der Villa Máro in Hauset

Ein wahres Musikfest im Zeichen der Jugend und der Moderne

Glanzvoller Auftakt der neuen Kulturinitiative „Villa Máro culturale“ im idyllischen Hauset lockt hundertbegeisterte Gäste an


Am vergangenen Sonntag, dem 28. Juni, erlebte das Eupener Land eine Sternstunde des regionalen Kulturlebens. Die neu gegründete Initiative „Villa Máro culturale“ feierte ihren Einstand mit einem hochkarätigen Musikfest in der geschichtsträchtigen Villa des renommierten Künstlers Antonio Máro in Hauset an der Göhl. Trotz der sommerlichen Hitze war der Salon mit nahezu achtzig Gästen bis auf den letzten Platz gefüllt. Das anspruchsvolle Programm, feinsinnig zusammengestellt von Sheila Arnold, Professorin an der Musikhochschule Köln-Aachen, bot ein breites Spektrum, das von barocken Wurzeln bis zur Moderne reichte und das Publikum hellauf begeisterte.

Nach der herzlichen Begrüßung um 12:00 Uhr widmete sich der erste Teil des Festivals ganz den herausragenden Preisträgerinnen und Preisträgern des diesjährigen Karlrobert Kreiten Klavierwettbewerbs der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Den Auftakt machte die dritte Preisträgerin Yui Higashijima mit einer eleganten Sonate von Antonio Soler und den tiefgründigen Variationen von Sergei Rachmaninow. Ihr folgte der zweite Preisträger, Iori Honda, der mit einer sensiblen Interpretation einer Nocturne von Gabriel Fauré und den technisch wie emotional fordernden Variationen über ein polnisches Volksthema von Karol Szymanowski brillierte. Den glanzvollen Abschluss dieses Blocks bildete die erste Preisträgerin Anna Linkova. Mit einer packenden Sonate in h-Moll von Soler und den impressionistischen Klängen von Maurice Ravels „Miroirs – une barque sur l’océan“ zog sie das Auditorium endgültig in ihren Bann.

Dank der angenehmen Kühle im Inneren der Künstlervilla und der lückenlosen Versorgung durch das aufmerksame Serviceteam von „Villa Máro culturale, das die Gäste in den Pausen sowie zwischendurch mit erfrischenden Getränken und feinen Snacks verwöhnte, tat das hochsommerliche Wetter der Konzentration keinen Abbruch. Im zweiten Teil rückte die Preisträgerin des Franz Schubert-Sonderpreises, Yuji Jung, in den Fokus. Der Preis, gestiftet vom Ramirez Máro Institut des Gastgebers Rafael Ramirez, bildete das Fundament für ein spannendes Programm: Jung kontrastierte Werke von Arnold Schönberg, Tristan Murail und György Kurtag meisterhaft mit den unvergänglichen Schöpfungen von Franz Schubert.

Nach einer schöpferischen Pause setzten sich die Darbietungen auf unvermindert hohem Niveau fort. Zunächst verzauberte die junge Anastasia Rusakova vom Pre College Cologne das Publikum mit Werken von Schubert. Anschließend demonstrierte Shuri Soga, der 2. Sonderpreisträger für die beste Interpretation von Werken verfemter Komponisten, seine außergewöhnliche künstlerische Tiefe und setzte ein starkes musikalisches Ausrufezeichen.

Im Laufe des Nachmittags wandelte sich die hochklassische Konzertatmosphäre in ein lebendiges, offenes Fest der Begegnung. Weitere Gäste und Kunstliebhaber aus Hauset gesellten sich hinzu, während Studierende der Musikhochschulen Aachen und Köln spontan das Programm bereicherten. Chen Xu begeisterte am Klavier mit Variationen verschiedener Komponisten, und das Duo Kathi Redlich (Flöte) und Nina Frey (Klavier) brillierte mit einer feinsinnigen Interpretation der Sonate von Carl Reinecke.

Ab 18:00 Uhr öffnete sich die Bühne nach einer weiteren Unterbrechung vollends für ein interdisziplinäres Finale. Verschiedene Künstlerinnen und Künstler musizierten im Wechsel mit literarischen Lesungen. Diese offene Bühne erstreckte sich in gelassener Atmosphäre bis weit in den Abend hinein. Die offene Terrasse und der weitläufige Park boten eine malerische Kulisse für diese erstklassige Veranstaltung.

 

Hausherr Rafael Ramirez Máro zeigte sich am Ende überaus zufrieden mit diesem fulminanten Auftakt: Die neue Konzertreihe hat bewiesen, welches Potenzial in ihr steckt, und soll auch in Zukunft jungen Talenten und Ensembles aus der Euregio und dem Eupener Land eine feste, hochklassische Plattform bieten.

 


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